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Inflation: Welche ist die Grundlage einer Altersvorsorgeplanung?

Für die Altersvorsorgeplanung ist die Annahme eines geeigneten Inflationsmaßstabs von großer Bedeutung. Nimmt ein Berater eine zu geringe Inflation an, hat der Kunde später zu wenig Rente zur Verfügung. Nimmt er eine zu hohe Inflation an, spart der Kunde womöglich zu viel. Wie kann also ein Berater eine geeignete Inflationsrate für seine Berechnungen heranziehen und wie kann er diese gut verkaufen?

Im letzten Beitrag haben wir uns dem Zins für die Altersvorsorgeplanung gewidmet. In diesem Beitrag gehen wir nun einen Schritt weiter und betrachten einen weiteren wichtigen Parameter für die Finanzplanung im Alter: Die Inflation.

Oft stehen die Berater vor der Frage: Wie vermittle ich einem Kunden die Auswirkungen der Inflation und wie hoch sollte die Inflation angenommen werden? Zuerst einmal: Die Inflation in der Zukunft ist ungewiss und kann lediglich aus den Vergangenheitswerten in die Zukunft übernommen werden. Ob dann die Inflation in diesem Maße für einen Zeitraum zutrifft – wir sprechen hier oft von vielen Jahrzehnten einer Altersvorsorgeplanung –  weiß heute kein Berater, Ökonom und Kunde. Trotzdem müssen Werte angenommen werden, mit denen der Kunde sich identifizieren kann.

Frank Nevels, einer unserer Autoren, schrieb hierzu einmal die Gummibärcheninflation, so oder ähnlich:

„Lieber Kunde. Stelle Dir einmal eine Welt vor, auf der es nur 5 Gummibärchen gibt. Und 5 Euro. Was kostet dann ein Gummibärchen? Richtig, 1 Euro. Zurzeit – das passt zur Euro-Krise – drucken wir sehr viel Geld. Nehmen wir an, wir drucken zusätzlich 5 Euro und haben dann 10 Euro auf dieser Welt, trotzdem aber nur 5 Gummibärchen. Was kostet dann ein Gummibärchen? Genau, 2 Euro. …“

Wir fügen noch hinzu:

„Das ist die Inflation, lieber Kunde. Für ein Gummibärchen musst Du später mehr zahlen. Wenn Du also auch im Rentenalter gerne Gummibärchen isst (sofern es das Gebiss noch mitmacht), brauchst Du mehr Geld.“

Das versteht jeder Kunde und es passt zur aktuellen Situation in der Euro-Krise, in der die EZB zurzeit sehr viel Geld schöpft.

Damit haben Sie den Kunden auf Ihrer Seite. Nun ein pragmatisches Beispiel, wie sich die Inflation auswirken kann – auch wenn es nur ein Prozent Unterschied ist.

Nehmen wir zwei Berater an, die einem 30-jährigen Kunden eine Altersvorsorgeberechnung erstellen. Der Kunde spricht von einer späteren Rente von 1.000 Euro. Sie wissen: Das kann er nur zu einem heutigen Zeitpunkt meinen – also wenn er morgen in Rente gehen würde. Von 1.000 Euro wird er mit dem 67. Lebensjahr nur schwer leben können. Der eine Berater rechnet nun mit einer Inflation von 2 Prozent. Der andere Berater mit einer Inflation von 3 Prozent – ein Unterschied von einem Prozent. Bei einer zweiprozentigen Inflation müsste er rund 2.080 Euro ausgezahlt bekommen, um nach 37 Jahren einen heutigen Gegenwert von 1.000 Euro zu entsprechen. Bei einer dreiprozentigen Inflation sind es jedoch schon 2.980 Euro. Das sind mal eben 900 Euro oder fast ein Drittel der Rente, die sich beide Berater unterscheiden. Fatal wäre es (für den Kunden), wenn ihm die 900 Euro dann fehlen. Für den Berater wäre es nur fatal, wenn der Kunde ihn daraufhin verklagt – wenn es ginge.

Wir sagen hier: Meist nehmen die Berater zwischen 2 und 3 Prozent an. Nun schauen wir uns die Realität an. Hierzu sollten wir uns die Zahlen vom statistischen Bundesamt mal genauer ansehen. Es ist deshalb ratsam, da es kostenlos ist und auch repräsentativ. Hier gibt es zwei verschiedene Inflationsraten:

  • Verbraucherpreisindex (VPI)
  • Harmonischer Verbraucherpreisindex (HVPI)
  • Gefühlte Inflation

Die gefühlte Inflation ist oft ein höherer Wert, als die statistische Inflation. Das hängt mit der Psychologie der Menschen zusammen. Negative Aspekte werden oft eher gefühlt als positive. Ein Beispiel: Der Preisanstieg für Kraftstoffe an Tankstellen wird sich oft eher gemerkt, als eine Preissenkung. Ebenso wird von Bürgern sicherlich nur wenig gefühlt, dass stetig der Preis für Mobilfunk und Internet sinkt. Die gefühlte Inflation ist also nicht der wirkliche Wert, sondern eher eine Psychologische Marke, welche jedoch mit der Finanzplanung nur wenig zu tun haben sollte.

Nun zu den beiden offiziellen Werten: Der HVPI wird eher von der EU genutzt und hat aus unserer Sicht einige Nachteile: So wird bspw. nicht das Wohneigentum von Verbrauchern im Index berücksichtigt oder auch Glücksspiele nicht. Somit nehmen wir den VPI als Maßstab und beleuchten diesen genauer.

Nehmen wir bspw. von 1991 bis 2010 die Preisentwicklung des Gesamtindex an. Dieser lag 1991 bei 75,9 Punkten und 19 Jahre später im Jahr 2010 bei 108,2 Punkten. Gekonnte Rechner können es nun in einen unserer favorisierten finanzmathematischen Taschenrechner (BWK Business oder BWK miniMAX) oder auch eine Finanzsoftware eingeben und erhalten eine Inflation von 1,884 %.

Berechnungen mit dem BWK Business


Alle Berechnungen gibt es hier für die Eingaben mit dem finanzmathematischen Taschenrechner BWK Business.

 

Warum nehmen also die meisten Berater 2-3 Prozent an – die Inflation in den vergangenen 19 Jahren lag doch darunter? Diese Frage lässt sich leicht beantworten. Der Gesamt-VPI ist sicherlich nicht der Maßstab. Denn in diesem Gesamtindex sind nicht nur die Rentnerhaushalte, sondern auch die arbeitende Bevölkerung enthalten. In einer Altersvorsorgeberechnung sollte man jedoch nur die Rentnerhaushalte annehmen oder die Preise, die einen Rentnerhaushalt im Alter betreffen. Denn später werden die Rentnerhaushalte wahrscheinlich nur bestimmte Güter nutzen. Wir sprechen hier also von einer „Rentnerinflation“.

In der kommenden Ausgabe 6-2011 (Versand Mitte Dezember 2011) gehen wir konkret auf diese Berechnung der Rentnerinflation ein und worauf Sie achten müssen. Es lohnt sich also Probe zu lesen von zwei kostenlosen Ausgaben von unserem Beratungsbrief „finanzplanung konkret“.

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Sie können ebenso den Rechner des Statistischen Bundesamts im Internet nutzen:

Verbraucherpreisindex-Rechner Statistisches Bundesamt

Wenn Sie jedoch beim Kunden ohne Internet und Computer arbeiten, dann werden Sie den Rechner vom Statistischen Bundesamt nicht nutzen können. Sie sollten dann zusammen mit dem Kunden die Güter auswählen, welche er voraussichtlich im Alter am meisten nutzen wird und auch mit welchem Anteil. Aus diesen Angaben können Sie dann wunderbar die Inflation ermitteln. Das sollten Sie jedoch vorher üben.

Beispiel: Ein Kunde denkt, dass er rund

  • 25 % für Pflege und Gesundheit (Inflation: 2,5 %),
  • 50 % für Miete (Inflation: 2,8 %) und
  • 25 % für Lebensmittel  (Inflation: 1,2 %)

Im Alter aufwendet.

Grob gesagt, würde sich daraus eine Inflation von 2,325 % ableiten. Hierzu müssen Sie jedoch die Inflationsraten der einzelnen Waren im Voraus kennen und können dann aufrechnen. Wir haben gerechnet:

25 % von 2,5 = 0,625
50 % von 2,8 = 1,400
25 % von 1,2 = 0,300
Inflationsrate = 2,325 %

Mit dieser Inflationsrate können Sie nun den Kunden beraten und die Altersvorsorgevermögen ausrechnen.

Konkret:

  • Inflationsangaben sind vergangenheitsbezogen, müssen jedoch in die Zukunft angenommen werden.
  • Der Verbraucherpreisindex ist aussagekräftig, muss jedoch für die Rentnerhaushalte spezifiziert werden.
  • Nutzen Sie die Angaben oder auch den Rechner des statistischen Bundesamts.
  • Besprechen Sie zusammen mit dem Kunden die Inflation und welche Ausgaben er im Alter erwartet.
  • So erreichen Sie, dass sich der Kunde auch mit der Inflation und damit auch mit der Altersvorsorgeberechnung identifiziert. Ein sehr wichtiger Punkt für den Abschluss von Produkten später.

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finanzplanung konkret - Werner Dütting