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Studie: Gehebelte und Short-ETFs - Langfristig drohen Verluste

Immer mehr Anleger handeln und investieren in ETFs. Einige wünschen sich mehr Rendite und investieren in Gehebelte, sog. Leveraged ETFs. Zudem geben Short-ETFs die Möglichkeit auf fallende Kurse zu setzen. Experten und Anbieter warnen jedoch hier mit der Aussage, dass diese Instrumente nur für kurzfristige Anlagen geeignet sind. Warum? Weil der Hebel täglich neu gesetzt wird und hier die Mathematik ins Spiel kommt. Was dieser theoretische Effekt für langfristige Anleger bedeutet, hat Werner Dütting in einer Studie für den Beratungsbrief "finanzplanung konkret" praxisgetreu simuliert.

Zu dieser Mathematik ein Beispiel: Ein Index mit Wert von 100 steigt um 2 Punkte an dem einen Tag. Das sind auch gleichzeitig 2 Prozent. Ein gehebelter ETF auf diesen Index erzielt dann 4 Prozent und steigt auf 104. Am nächsten Tag fällt der Index wieder um 2 Punkte auf den Ausgangspunkt von 100 Punkten. Ein Anleger, der lediglich in einen normalen Index investiert hat, steht damit genau bei Plus-Minus-Null. Anders hingegen der Anleger mit dem gehebelten ETF. In diesem Fall verliert der Index am 2. Tag 1,96 Prozent, der Hebel-ETF damit das doppelte, also 3,92 Prozent. Und wenn wir 3,92 Prozent von 104 abziehen, erhalten wir lediglich einen Endbetrag von 99,92. Der Anleger mit dem Hebel-ETF hat also einen Verlust von 0,08 erzielt. Sie können sich ausmalen, wenn dieses „Auf- und Ab-Spiel“ wochenlang so weiter geht.

So viel zur Theorie – nun zur Praxis. An den Börsen geht es ja nicht nur stetig herauf oder stetig herunter – sondern langfristig aufwärts mitunter großen Schwankungen. Sie kennen das, dass hier Indizes mitunter hohe Schwankungen von Tag zu Tag ausgesetzt sind. Und im langfristigen Vergleich verliert damit ein Anleger mit gehebelten Produkten.

In der Studie wurden nun im 20-jährigen DAX-Zeitraum vier Zeiträume gewählt. Diese Zeiträume hat es real gegeben. Hier die jeweiligen Charts.

1. Renditen über den Gesamtzeitraum (Januar 1992 – Mai 2012).

 

2. Renditen bei seitwärtsverlaufenden Kursen (März 2000 – Mai 2012).

 

3. Renditen bei steigenden Kursen (Januar 1992 – März 2000).

 

4. Renditen bei fallenden Kursen (März 2000 – April 2003).

Diese und weitere spannende Artikel können Sie in einem
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Hierzu wurden 6 verschiedene ETFs simuliert. Einmal der normale DAX-ETF, dazu jeweils die gehebelte Variante mit zweifachem und vierfachem Hebel (auch wenn es die vierfache Variante nicht in Deutschland zu kaufen gibt). Die Verwaltungsgebühr ist bei ETFs mit Hebel höher, da diese komplexer sind.

 Produkt  Erklärung  Verwaltungsgebühr
 DAX-ETF  Normaler ETF auf den DAX ohne Hebel  0,1 % p.a.
 LevDAX  Zweifach gehebelter ETF auf den DAX  0,4 % p.a.
 LevDAX x4  Vierfach gehebelter ETF auf den DAX  0,75 % p.a.
 ShortDAX  Short ETF auf fallende Kurse des DAX,
 tägliche Bewertung ohne Hebel
 0,4 % p.a.
 ShortDAX x2  Short ETF auf fallende Kurse des DAX,
 tägliche Bewertung mit zweifachem Hebel
 0,6 % p.a.
 ShortDAX x4  Short ETF auf fallende Kurse des DAX,
 tägliche Bewertung mit vierfachem Hebel
 0,75 % p.a.

Die Ergebnisse sind spannend für die Anleger – und genauso auch als Beweis dafür, dass die Mathematik nicht lügt.

Wer langfristig in den DAX der vergangenen 20 Jahre investierte, konnte mit einem ungehebelten DAX eine Rendite von 6,8 % erzielen. Wer einen monatlichen Sparplan führte, schaffte es auf 4,86 %. Da es langfristig aufwärts ging, sollte ein gehebelter DAX von Vorteil sein. Dieser liegt zwar bei der Einmalanlage noch mit 7,5 % Rendite oberhalb der ungehebelten Variante, beim monatlichen Sparplan jedoch mit 3,75 % unterhalb. Eine doppelte Steigerung war also nicht möglich. Schlimmer wäre es gewesen, in die gehebelten Varianten oder auch in den ShortDAX zu investieren, welche allesamt zwischen minus 8 beim vierfach gehebelten DAX und bis zum nahezu Totalverlust bei dem vierfach gehebelten ShortDAX liegen. Ein höherer Hebel hat also langfristig klare Nachteile.

Nun könnte man meinen, dass wenn ein Aufwärts- oder Abwärtstrend besteht, die gehebelten bzw. Short-Varianten durchaus nützlich sind. Das ist jedoch nur in ganz wenigen Fällen über einen längeren Zeitraum hinaus möglich, wie die weitere Studie zeigt. Das Risiko, hier wieder hinter die Renditen eines normalen ETFs zu fallen, ist hier weitaus höher als die Chance. Zudem werden nur die wenigsten Anleger den Tiefst- und Höchstpunkt der Anlagezeiträume passend finden. Auch dieses Szenario wurde untersucht, wenn ein Anleger drei Monate später ein-, bzw. aussteigt.

Die exakten Daten der anderen Szenarien sind in der Ausgabe 3 unseres Beratungsbriefs „finanzplanung konkret“ zu finden, welche Sie nun kostenlos in einem Probeabonnement über zwei Ausgaben testen können.

 

Gesamtfazit:

Die Experten haben mit der Mathematik Recht, welche sich auch 1:1 in die Praxis widerspiegelt. Wer nicht nur wenige Monate, sondern Jahre in gehebelte ETFs investiert, riskiert den Vorteil des Hebels oder fährt höhere Verluste ein, als die ungehebelten Varianten. Wer zudem den optimalen Verkaufszeitpunkt verpasst, verliert mit den gehebelten Varianten den Effekt des Hebels. Sparpläne haben bei den gehebelten Varianten nur in wenigen Fällen den Vorteil des Cost-Average-Effekts. In Seitwärtskursen haben gehebelte und Short-ETFs klar das Nachsehen.

Die Empfehlung daher: In einem langfristig ausgerichteten Portfolio haben gehebelte ETFs nichts zu suchen. Die Short-Varianten ohne Hebel eignen sich hingegen noch als Depotabsicherung – jedoch ebenso nur auf kurzfristige Sicht von wenigen Monaten, wenn man von schnell fallenden Märkten ausgeht.

Wer den Artikel genau gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, dass zwischen der DAX-Rendite und die eines ungehebelten DAX-ETFs nur ein geringer Abschlag von 0,1-0,2 % liegt. Dieser geringe Unterschied wurde durch die Verwaltungsgebühren verursacht und zeigt, dass ETFs nur wenige Gebühren verlangen.

Grundsätzlich: Ungehebelte ETFs bleiben weiterhin ein tolles Instrument für Vermögensaufbau und Altersvorsorge, sofern man an verschiedenen Kapitalmärkten teilhaben möchte und das mit geringen Kosten.

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